Schwere Zeiten

Das Leben ist eine faszinierende Reise voller Höhen und Tiefen, die uns alle betrifft. Niemand ist gegen die Herausforderungen und Freuden des Lebens gefeit – nicht einmal ich, Roman Just, als Autor und Selfpublisher. Jeder Mensch begegnet in seinem Leben Phasen des Glücks und der Zufriedenheit, aber auch Zeiten der Unsicherheit und des Verlusts. Diese Dualität ist ein wesentlicher Bestandteil unserer menschlichen Erfahrung.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Tiefen des Lebens uns genauso formen wie die Höhen. Oftmals sind es genau diese schwierigen Zeiten, die uns die Möglichkeit geben, zu wachsen und unsere innere Stärke zu entdecken. Auch in meinem Leben gab es Momente der Enttäuschung und des Zweifels, die mir jedoch geholfen haben, meine Ziele neu zu definieren und mich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Zugegeben: Im Moment der Trauer oder Desillusion sah es nicht danach aus, dass man gestärkt aus Schicksalsschlägen hervorgehen kann.

Auch wenn es im Moment der Niederlage oder des Verlustes nicht so erscheint, kann man aus diesen Herausforderungen  an Stärke gewinnen. Schicksalsschläge bieten die Gelegenheit, über sich selbst hinauszuwachsen und neue Perspektiven zu sehen. Sie lehren uns, das Leben mit all seinen Facetten zu akzeptieren und uns auf das zu konzentrieren, was wirklich zählt. Letztlich sind es Krisen im Leben, die uns helfen, unsere inneren Ressourcen zu entdecken und ein tieferes Verständnis für uns selbst und die Welt um uns herum zu entwickeln. Lasst also niemals den Kopf hängen, selbst dann nicht, wenn es einem unmöglich erscheint, dass das Leben weitergeht.

Ich möchte betonen, dass der Abschnitt "Schwere Zeiten" in diesem Blog nicht dazu gedacht ist, Mitleid zu erregen oder ein dramatisches Bild meiner Erlebnisse zu zeichnen. Vielmehr geht es mir darum, die universelle Natur der menschlichen Erfahrung zu beleuchten und die Erkenntnisse zu teilen, die ich aus meinen eigenen Herausforderungen gewonnen habe.

Es gibt unzählige Momente in meinem Leben, die von Schmerz und Zweifel geprägt waren. Dennoch werde ich nicht alle Tiefen im Detail schildern. Warum? Weil es mir nicht darum geht, meine Geschichte zur Schau zu stellen oder in den Fokus zu rücken. Vielmehr ist es mir wichtig, die Lehren und das Wachstum hervorzuheben, die aus diesen Zeiten resultieren.
Schwere Zeiten sind ein Teil des Lebens, den jeder von uns auf seine eigene Weise erlebt. Die Intimität dieser Momente zu bewahren, ist für mich eine Art, den Respekt vor der Erfahrung selbst und vor den Menschen, die mir in diesen Zeiten zur Seite standen, zu wahren. Ich hoffe, dass meine Worte andere ermutigen, in ihren eigenen schweren Zeiten die Chance zu finden, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Jeder von uns hat die Fähigkeit, aus den schwierigsten Situationen gestärkt hervorzugehen, auch wenn es zunächst vielleicht nicht so erscheinen mag. 

In meinem Leben hatte ich das Talent, etliche Fehler zu begehen, somit war ich an vielen Lebensniederlagen selbst schuld. Ja, es gab auch Verluste, aber dazu äußere ich mich nicht. Doch im Rahmen dieses Blogs möchte ich auf eine der größten Herausforderungen meines Lebens eingehen: Meine sechs Jahre anhaltenden psychosomatischen Depressionen um die Jahrhundertwende. Diese Zeit war eine tiefgreifende Erfahrung, die nicht nur mein Leben veränderte, sondern auch meine Sichtweise auf die Welt und meine eigene Existenz. Psychosomatische Depressionen sind eine komplexe Erkrankung, die sowohl den Geist als auch den Körper betrifft. Die Auswirkungen sind vielschichtig und reichen weit über die typischen Symptome einer Depression hinaus. Sie können das alltägliche Leben erheblich beeinträchtigen und betreffen sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit.

Die Symptome:

  • Anhaltende Traurigkeit: Ein ständiges Gefühl der Niedergeschlagenheit, das nicht einfach verschwindet. - Diese Gefühle hatte ich bedingt
  • Energieverlust: Eine tiefe Erschöpfung, die selbst nach ausreichendem Schlaf bestehen bleibt. - Wobei in dieser Zeit mein Schlaf ein Horror war.
  • Konzentrationsschwierigkeiten: Probleme, sich zu fokussieren oder Entscheidungen zu treffen. - Traf auf mich zu 100% zu.
  • Verlust von Interesse: Dinge, die einst Freude bereiteten, erscheinen bedeutungslos. - Auch davon war ich befallen.
  • Körperliche Beschwerden die keine medizinische Ursache haben. - Bei mir war es vor allem Herzrasen, das Gefühl jeden Moment ohnmächtig zu werden und Schweißausbrüche, die meine damalige Frau in den Wahnsinn trieben, da fast jeden Tag die Bettwäsche gewechselt werden musste.
  • Veränderte Essgewohnheiten: Dies kann sowohl Appetitlosigkeit als auch übermäßiges Essen umfassen. - Kam bei mir eher weniger vor.
  • Gefühl der Wertlosigkeit: Ein starkes Gefühl des Versagens oder der Schuld ohne klaren Grund. - Das wiederum wurde ich Gefühls- und Gedankenmäßg nicht los.

Der Weg ins einigermaßen normale Leben

Während meiner sechs Jahre andauernden psychosomatischen Depressionen habe ich viele Anstrengungen unternommen, um Hilfe zu finden. Ich suchte mehrere Psychologen auf und begann, entsprechende Medikamente einzunehmen. Diese Maßnahmen sollten mir helfen, die Krankheit zu bewältigen und ein normales Leben zu führen. Doch im Laufe der Zeit machte ich einige wichtige Erkenntnisse:

  1. Die Medikamente, die ich einnahm, halfen zwar, die Symptome zu lindern und gaben mir die nötige Stabilität, um den Alltag zu meistern. Dennoch wurde mir klar, dass sie alleine niemals zu einer vollständigen Heilung führen könnten. Sie waren ein wertvolles Hilfsmittel, aber die wahre Heilung musste von innen kommen.
  2. Einige der Psychologen, die ich aufsuchte, bemühten sich, mir zu helfen, doch ich hatte oft das Gefühl, dass sie selbst Unterstützung brauchten. Ihre Ansätze waren nicht immer passend für mich, und es war lehrreich zu erkennen, dass auch Experten in diesem Feld mit Herausforderungen kämpfen müssen. Dies machte mir bewusst, dass die Heilung nicht nur auf die Hilfe von außen angewiesen sein konnte.
  3. Die wichtigste Erkenntnis, die ich gewann, war, dass nur ich alleine etwas unternehmen konnte. Die Unterstützung von Fachleuten und Medikamenten war hilfreich, aber letztlich war es meine eigene Entschlossenheit und der Wille zur Veränderung, die den entscheidenden Unterschied machten. Ich erkannte, dass der Weg zur Heilung in meiner eigenen Verantwortung lag und dass ich die Kraft in mir finden musste, um die Krankheit zu überwinden.

Statt Psychologen begann ich mit mir zu reden, Pillen und Tabletten ersetzte ich nach und nach durch Gummibärchen. 1996 hat es begonnen, im Jahr 2002 fühlte ich mich wieder gesund, wurde seitdem auch nie wieder von Panickattacken befallen, einen Rückfall befürchte ich nicht. Das lässt mein Kopf nicht zu. In der Tat, es war eine furchtbar schwere Zeit, nicht nur für mich, sondern für mein gesamtes Umfeld. In der tiefsten Krise hatte ich keine Selbstmordgedanken, aber den Wunsch, am nächsten Morgen nicht wieder aufwachen zu müssen. Ich habe diesen Kampf gewonnen und freue ich jeden Abend auf den nächsten Tag.

Diese Einsichten führten mich zu einem tieferen Verständnis meiner selbst und stärkten meinen Glauben daran, dass jeder von uns die Fähigkeit hat, selbst die größten Herausforderungen zu meistern. Ich hoffe, dass diese Erfahrungen andere ermutigen, dem Leben und seinen Gemeinheiten Paroli zu bieten.

Falls gewünscht, bin ich gerne zu einem Austausch über das Thema "Depressionen" bereit. Schreibe an: romanjust@gelsenkrimi.de 

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